Ein besonderer Nachmittag der ES Gruppe 8ade und 5ag

Im Fach „Ernährung und Soziales“ (ES) geht es um weit mehr als nur das Kochen. Das soziale Miteinander und die Verantwortung für andere stehen ebenso im Fokus. Im Mai stellten sich die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse einer besonderen Aufgabe: der aktiven Betreuung der „Kleinen“ aus der 5. Klasse.
Die Herausforderung: 45 Minuten volle Verantwortung. Die Aufgabenstellung klang zunächst einfach, entpuppte sich jedoch als echtes Organisationstraining: In vier Teams aufgeteilt, waren die Achtklässler jeweils für eine Gruppe von 4 bis 5 Kindern verantwortlich. Das Ziel war klar definiert: Die Zeit musste sinnvoll, abwechslungsreich und strukturiert gestaltet werden. Langeweile – verboten! Chaos – keine Option!
In der Vorbereitungsphase recherchierten die Jugendlichen intensiv, was 10- bis 11-Jährigen heute Spaß macht. Es wurden Kennenlernspiele, Bewegungsphasen und gezielte Ruhe-Momente geplant, um die Gruppendynamik im Griff zu behalten.
Vom klassischen Namensspiel bis hin zu actionreichen Einheiten war alles dabei. Die „Großen“ mussten dabei nicht nur die Regeln erklären, sondern auch als Anführer, Schiedsrichter und Motivatoren fungieren. Jeder trug dabei die Verantwortung für mindestens ein eigenes Spielsegment.
Nach der Spielstunde folgte der wichtigste Tei, die gemeinsame Reflexion. Hier zeigten sich interessante Unterschiede in der Wahrnehmung:
Die 5-Klässler waren begeistert: „Es war total kurzweilig und toll, mal mit den Großen zu spielen!“, so das einhellige Urteil.
Die 8-Klässler waren erschöpft: Viele empfanden die Betreuung als „echt anstrengend“. Sie merkten schnell, dass es Konzentration und echtes Engagement erfordert, eine Gruppe jüngerer Kinder bei Laune zu halten.

Dass nicht jeder sofort im Engagement glänzte, war Teil des Lernprozesses. Sinn des Projekts war es, sich in einer echten Betreuungssituation auszuprobieren und daraus Rückschlüsse für den eigenen Berufsorientierungsprozess zu ziehen. Wer gemerkt hat, dass ihm die Arbeit mit Kindern liegt, nimmt wertvolle Impulse für kommende Praktika mit – und wer es „nur anstrengend“ fand, hat eine ebenso wichtige Erkenntnis über seine persönlichen Stärken gewonnen.
Ein großes Dankeschön an die Klasse 5ag für das tolle Mitmachen und das ehrliche Feedback!